Sa, 25. Oktober 2014 bis So, 11. Januar 2015
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Rolf Nesch. Ein stiller Revolutionär

Die Sammlung Klaus Friedrich Meyer
Der deutsch-norwegische Grafiker Rolf Nesch wurde 1893 in Oberesslingen am Neckar geboren und wird neben  Edvard Munch zu den bedeutendsten Künstlern Norwegens gezählt. Auch in Deutschland fand er bis zu seinem Tod große Beachtung. Danach geriet sein Werk jedoch aus dem Fokus der öffentlichen Wahrnehmung.

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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus
Spendhausstraße 4
72764 Reutlingen
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Veranstalter
Ausstellungsplakat Rolf Nesch
Rolf Nesch studierte an der Dresdner Kunstakademie, die er als Meisterschüler Oskar Kokoschkas abschloss. Während eines Aufenthalts bei Ernst-Ludwig Kirchner in der Schweiz beschäftigte er sich mit Druckgrafik und lernte selbst zu drucken.1929 übersiedelte Nesch nach Hamburg, wo er zahlreiche Förderer hatte.
Nachdem seine Bilder 1933 von den Nationalsozialisten aus einer Ausstellung entfernt wurden, entschloss er sich Deutschland zu verlassen. Die Emigration nach Norwegen stellte Nesch zunächst vor große, vor allem finanzielle Probleme. Nach dem Krieg wurde er norwegischer Staatsbürger und konnte seine künstlerische Tätigkeit wieder intensivieren. Er bekam zahlreiche öffentliche Aufträge in Norwegen und stellte auch wieder in Deutschland aus, so war er mit seinen Werken unter anderem auf der documeta I bis III vertreten. Dazu kamen internationale Erfolge wie auf der Biennale in Venedig. 1975 starb er 82-jährig in Oslo.

In seiner Hamburger Zeit hatte Nesch mit dem Metalldruck eine neuartige Drucktechnik entwickelt, die er zeitlebens weiterentwickelte und in der er zu einer einzigartigen Formensprache fand. Die zunächst eher zufällig bei Radierungen entstandenen Durchätzungen ergaben beim Abdrucken reliefartige Strukturen auf dem Papier. Diesen Effekt verstärkte er in der Folge gezielt durch das Auflöten von Drähten und die Verwendung verschiedenster Lochplatten. Seine Metalldrucke dürfen durch die besondere Technik allesamt als Unikate gesehen werden.

Das Kunstmuseum Spendhaus widmet dem stillen Revolutionär der Grafik, der insbesondere mit seinen innovativen Metalldrucken die Künstlergrafik des 20. Jh.s bereichert hat, eine umfangreiche Präsentation. Zu sehen sind Werke aus der größten Sammlung von Nesch-Arbeiten außerhalb Norwegens, die der Hamburger Unternehmer Klaus Friedrich Meyer zusammengetragen hat.

Kuratorin: Martina Köser-Rudolph

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag in Kooperation mit dem Kunsthaus Stade.