So, 22. Juli 2018 bis So, 27. Januar 2019
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Arbeiten aus System

Konkrete Kunst 1954-2011
In der ehemaligen Metalltuch- und Maschinenfabrik Christian Wandel in der Eberhardstraße 14 in Reutlingen ist 1989 mit der Übergabe an die kurz zuvor gegründete Stiftung für konkrete Kunst eines der ersten großen Ausstellungshäuser dieser Art in Europa entstanden. Im Oktober 2017 wurden umfassende Werkgruppen aus den Sammlungen an die Stadt Reutlingen geschenkt, verbunden mit dem Auftrag, in diesem fortan Wandel-Hallen genannten Kunstzentrum einen spezifischen Ausstellungsbetrieb als neuen Bereich des Kunstmuseum Reutlingen zu etablieren.

^
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | konkret
Eberhardstraße 14
Wandel-Hallen
72764 Reutlingen
^
Veranstalter
Plakat - Arbeiten aus System
Das diesbezüglich erste Projekt präsentiert nun unter dem Titel Arbeiten aus System. Konkrete Kunst 1954-2011 auf rund 1.000 Quadratmetern Fläche einen hochkarätigen, thematischen Querschnitt durch die exquisite Schenkung. 
Konkrete Kunst ist ein Spezialgebiet der zeitgenössischen Kunst und steht eher selten im Zentrum der Aufmerksamkeit des Kunstbetriebs. Die Ausstellung Arbeiten aus System. Konkrete Kunst 1954-2011 hingegen zeigt, welchen enormen ästhetischen Reichtum dieses Spezialgebiet aufweist und welche Relevanz es dabei in seiner Reduktion auf Grundsätzliches gerade heute für Gegenwartsfragen haben kann. Denn die fortschreitende Digitalisierung der Welt führt dazu, dass konkrete Zusammenhänge zwischen Gegenstand und Bild, Apparat und Medium, Material und Form sich aufzulösen scheinen und geradezu verlernt werden. Die als „Arbeiten aus System“ präsentierten seriellen Zeichnungen, Rauminstallationen, Malereien und Skulpturen betonen dagegen die Eigendynamik ihrer jeweils gewählten Mittel in der testweisen Anwendung selbst erstellter Systematiken. Dabei werden deren ästhetische Potentiale genauso ausgelotet wie ihre Unnatürlichkeit als menschengemachte Konstruktionen. Diese sublimen Kunstwerke aus dem Material ‚System’ fokussieren auf ästhetische Momente im Erkennen von strikten Regeln, um diese kritisch reflektieren und modifizieren zu können – darin liegt ihre gesellschaftspolitische Dimension. Die Ausstellung ermuntert dazu, Haltungen einzunehmen gegenüber logisch erscheinenden Systemen, und Schlüsse aus ihrer potentiellen Gestalt- und Reformierbarkeit zu ziehen. Sie ist gleichzeitig ein Fest der schönen Arbeit aus System und der systematischen Arbeit am Schönen.

Die Ausstellung Arbeiten aus System. Konkrete Kunst 1954-2011 versammelt rund 50 serielle Werke von 14 Künstler*innen:
Bernard Aubertin (1934-2015, FR), Tom Benson (geb. 1963, UK), Hartmut Böhm (geb. 1938, DE), Hans Peter Hoch (1924-2011, DE), Kathrin Kaps (geb. 1961, DE), Norbert Kricke (1922-1984, DE), Thomas Lenk (1933-2014, DE), Vera Molnar (geb. 1924, FR), Dimitry Orlac (geb. 1956, YU/FR), Steffen Schlichter (geb. 1967, DE), Anton Stankowski (1906-1998, DE), Erik Sturm (geb. 1982, DE), Issao Takahashi (1951-2005, JP/FR) und Christian Wulffen (geb. 1954, DE). 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wasmuth Verlag Tübingen/Berlin.
Arbeiten aus System. Konkrete Kunst 1954–2011
Hrsg.: Kunstmuseum Reutlingen
Text: Holger Kube Ventura
96 Seiten, 55 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-8030-3400-7
10 Euro (Museumspreis)

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 22. Juli um 11 Uhr