Sa, 5. Mai bis So, 30. September 2018
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Aspekte der Sammlung: O.W. Himmel. Full Labeled

Himmel ist bildender Künstler und gleichzeitig leidenschaftlicher Archivar und Sammler übersehener oder unterschätzter Ausdrucksformen der populären Alltagskultur. An die Tradition der Pop Art anknüpfend, greift er in seinen Linoldruckserien vor allem die Formen von Schallplatten- und Bananenlabels auf.

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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus
Spendhausstraße 4
72764 Reutlingen
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Veranstalter
Karte O.W. Himmel. Full Labeled
Die Serie der Bananenlabels, die auch in der Sammlung des Kunstmuseums vorhanden ist, begann der Künstler bereits 2004. Er greift dabei die Aufdrucke von Bananenkisten auf, in denen der Künstler sonst seine diversen Materialien transportiert und lagert. Für O.W. Himmel war die Entdeckung dieser Bilderwelt geradezu ein Initialerlebnis. Daraus entstand schließlich eine seiner umfangreichsten druckgrafischen Werkgruppen, die bis heute auch noch nicht abgeschlossen ist. Hier wie auch bei den Schallplattenlabels rückt er die eindrückliche Zeichenhaftigkeit dieser einfachen Bilder in den Blickpunkt. Gleichzeitig setzt Himmel den vielen unbekannten und namenlosen Grafikern und Gestaltern dieser Logos ein Denkmal. In den Bananenlabels reflektiert er über die Jahre aber nicht nur die Funktionsweisen solcher Logos, sondern auch die Geschichte von Ausbeutung und Kolonialismus sowie der Globalisierung des Bananengeschäfts. Er findet dabei zum Beispiel auch heraus, dass die auf den ersten Blick zufälligen formalen Abweichungen und Modifikationen etwas mit unterschiedlichen Märkten auf den verschiedenen Kontinenten zu tun haben. Was ihn bei diesen Arbeiten antreibt, beschreibt O.W. Himmel im Gespräch nonchalant so: "Ich geh durch die Welt und frag' mich: Nie gesehen in diesem Leben – wo kommt das her?"

Während der gesamten Ausstellung können Besucher für den Künstler Vinylplatten im Museum abgeben – alle Plattenformate, egal welcher Zustand, mit und ohne Cover.

Kurator: Herbert Eichhorn

Zur Ausstellung erscheinen zwei Kataloge.