Sa, 8. Dezember 2012 bis So, 14. Juli 2013
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Aspekte der Sammlung: Grieshaber und Reutlingen

HAP Grieshaber hatte zeit seines Lebens einen engen Bezug zu seiner Heimat. Vor allem die Schwäbische Alb und der Reutlinger Hausberg, die Achalm, verkörperten für ihn dieses Heimatgefühl. Das Verhältnis zur Stadt Reutlingen selbst war dagegen seit den 1930-er Jahren und bis zu seinem Tod 1981 immer wieder auch von kritischer Distanz geprägt.

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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus
Spendhausstraße 4
72764 Reutlingen
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Veranstalter
Grieshabers Lebensmittelpunkt bildete ein bescheidenes Gartenhaus auf seinem Gütle auf der Achalm, das er sich in der Nachkriegszeit als Wohn- und Atelierhaus ausgebaut hatte. Hier lebte er in einem klaren Abstand zu der Stadt und dem Unverständnis, das viele Reutlinger seinen unkonventionellen Wohn- und Lebensformen entgegenbrachten. Trotzdem hat die Beschäftigung mit der Stadt viele Spuren in Grieshabers Werk hinterlassen. So war etwa das Reutlinger Wahrzeichen, die gotische Marienkirche, seit der Zeit der Reutlinger Drucke (1934-1939) ein Motiv, mit dem sich der Künstler immer wieder intensiv auseinandersetzte.

Seit den 1950-er Jahren gewann Grieshaber schnell überregional Anerkennung und Einfluss und die Beziehung zu Reutlingen wurde nun nach und nach enger. Ausdruck hierfür ist auch die große Auftragsarbeit für das Foyer des neuen Rathauses, das monumentale Holzrelief des Sturmbocks (1965), in dem der Künstler Schlüsselszenen der Stadtgeschichte gestaltete. In seinem Mappenwerk Herbst der Wilhelmstraßenkrämer (1970) – als solche bezeichnete er gelegentlich die Reutlinger – nimmt er schließlich die Gewohnheiten seiner Nachbarn mit Humor ins Visier.

Abbildung: HAP Grieshaber, Stadtbrand, aus: Sturmbock, 1965,© VG BILD-KUNST, Bonn 2012/13