Di, 27. Juli bis So, 1. August 2021
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Aaron Dan: BABEL

Klanginstallation für 42 Lautsprecher

Die Klanginstallation in den Wandel-Hallen wurde vom Collegium Musicum der Eberhard Karls Universität Tübingen in Kooperation mit dem Kunstmuseum Reutlingen realisiert.


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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Galerie
Eberhardstraße 14
72764 Reutlingen
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Veranstalter
Collegium Musicum, Eberhard Karls Universität Tübingen
Klanginstallation BABEL von Aaron Dan im Kunstmuseum Reutlingen Galerie, 2021.

Die Komposition BABEL (2021) für 42 Lautsprecher von Aaron Dan wurde im Auftrag des Tübinger Universitätsmusikdirektors Philipp Amelung komponiert. Das Werk ist ausgelegt für 32 Gesangsstimmen, acht Violinen sowie zwei Sprechstimmen und hat eine Länge von ca. 10 Minuten.

Die zentrale Idee von BABEL ist die Unmöglichkeit des gemeinsamen Singens in unserer Zeit. 42 im Raum verteilte, auf Stelen aufgestellte Lautsprecher stehen für die digital vernetzte und dennoch vereinsamte Menschheit und ihre Sehnsucht nach Gemeinschaft. Als pandemiekonform konzipiertes Werk wurde BABEL vom Universitätschor Tübingen im Sommersemester 2021 einzeln einstudiert und aufgenommen und wird im Kunstmuseum Reutlingen │ Galerie als Klanginstallation mit 42 Lautsprechern uraufgeführt.

Singen ist ein subtiles Zusammenwirken von Intonation und Balance, von Reaktion auf die Gesten des Dirigenten, auf die Stimmung der Mitsänger und der Zuhörer und auf die Akustik des Raums. Wie klingt ein Vokalwerk, in dem all diese Werte aufgrund gesetzlicher Vorgaben genommen sind? Die Texte sind Gedichten der belgisch-burundischen Slam-Poetin Gioia Kayaga (*1990) entnommen. Diese transportieren die Fragen des kollektiven Ich-Bewusstseins der Menschheit mit ungewöhnlicher Gewalt. BABEL vereint alle Menschen vom antiken Mesopotamien bis zur heutigen, von globalen Krisen erschütterten Gesellschaft in ihrem Fragen, Beten, Klagen und Rufen nach Wahrheit und Sinn.

BABEL besteht aus vier Ebenen und ist in 6 Abschnitte gegliedert. Dazu gehören der nach innen gerichtete archaische Gesang: die Anbetung des babylonischen Gottes Eya in Form eines 32-stimmigen Kanons und der nach außen gerichtete Gesang des zeitgenössischen, nach Transparenz und Gerechtigkeit suchenden Menschen. Die in den Gesang hineingewobene Rezitation des Gedichtes "Babel" sowie der Kontrapunkt von acht individuell spielenden Violinen fügen weitere Ebenen hinzu.

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms Kunst trotz Abstand des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und in Kooperation mit dem Kunstmuseum Reutlingen realisiert.