Mi., 28. Januar bis So., 8. Februar 2026
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Lena Ditte Nissen, VERZERRT

Videoarbeit im Rathausfenster

Vom 28. Januar bis 11. Februar 2026 zeigt das Kunstmuseum im Fenster des Reutlinger Rathauses die Videoarbeit VERZERRT von Lena Ditte Nissen. Die zwölfminütige Videoarbeit mit Untertiteln ist rund um die Uhr vom Marktplatz aus sichtbar.

Im Schloss Grafeneck im Landkreis Reutlingen wurden 1940 im Rahmen des NS-„Euthanasie“-Programms über zehntausend Menschen systematisch ermordet. Die Geschichte dieser Vernichtungsanstalt vor dem Hintergrund der eigenen Familiengeschichte steht im Zentrum der Videoarbeit VERZERRT von Lena Ditte Nissen. Die Künstlerin konzentriert sich dabei auf das Abfilmen von Fotografien aus unterschiedlichen Zeiträumen und zeigt Aufnahmen des heutigen Samariterstiftes Grafeneck, das heute ein Wohnort für Menschen mit geistigen Behinderungen und chronischen psychischen Erkrankungen ist.

Dabei geht Nissen auf die eigene Täter:innengeschichte ihres Onkels Leonardo Conti (Reichsgesundheitsführer) und ihrer Urgroßmutter Nanna Conti (Reichshebammenführerin) ebenso ein wie auf das individuelle Schicksal des neunjährigen Opfers Bernhard Schmid, der in Grafeneck ermordet wurde. Sie thematisiert so ihre individuelle Rolle als Künstler:in, in deren Familie es Täter:innen gab, und geht der Frage nach, welche Rolle Grafeneck für die heutige Erinnerungskultur spielen kann.

Bei der Arbeit VERZERRT handelt es sich um eine Kurzfassung des 42 Minuten umfassenden Filmprojekts TENDENZ VERZERRUNG aus dem Jahr 2025. Die Präsentation am Reutlinger Rathaus gibt zugleich einen Ausblick auf ein größeres Ausstellungsvorhaben zum Thema NS-„Euthanasie“, welches im Jahr 2027 im Kunstmuseum Reutlingen in Kooperation mit der der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, City of Asylum (Pittsburgh, PA) und dem Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Grafeneck realisiert werden wird.

Lena Ditte Nissens Videoarbeit ist im Rahmen des kulturpädagogischen Projekts Grafeneck – Münster / 1940 – heute entstanden, das in Kooperation von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und dem Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Grafeneck initiiert wurde. Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert (zum Projekt »).

Die Eröffnung mit Artist Talk findet am Mittwoch, den 28. Januar 2026, um 19 Uhr in der Eingangshalle des Reutlinger Rathauses, Marktplatz 22, statt (zum Termin »).

Grußwort
Stephan Rößler
Kunstmuseum Reutlingen

Grußwort
Kathrin Bauer
Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Grafeneck

Artist Talk
Lena Ditte Nissen mit Prof. Dr. Jochen Bonz, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen


Logoleiste Grafeneck Münster 1940. Ein Projekt der Bildungsagenda NS-Unrecht. Logos der Förderinstitutionen.


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Veranstaltungsort
Rathausfenster, Marktplatz 22

Öffnungszeiten: rund um die Uhr
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Veranstalter
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