Fr., 3. Juli bis So., 20. September 2026
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Bettina van Haaren: Stellplatz des Dringlichen

Wie ein feines Gespinst überziehen die Spuren ihrer Hand die Fläche. Bettina van Haaren präsentiert Sehen, Beobachten und Zeichnen als fortlaufende Beschreibung von Welt. Ihre figurativen Arbeiten entstehen aus genauer Anschauung sowie aus dem Sammeln, Skizzieren und Neuordnen. In der Ausstellung im Kunstmuseum Reutlingen | Galerie sind neben neuer Malerei auch Zeichnung, Druckgraphik und Videoarbeiten aus den letzten Jahren zu entdecken.


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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Galerie
Eberhardstraße 14
72764 Reutlingen

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag / Feiertag: 11–17 Uhr, Donnerstag (freier Eintritt): 11–20 Uhr, Mon­tag geschlossen
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Veranstalter
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Plakatmotiv „Bettina van Haaren: Stellplatz des Dringlichen“, Abbildung: „Große Aufbahrung“, Eitempera auf Leinwand, 2025 (Detail)

Bettina van Haaren (*1961) entwickelt eine Bildpraxis, die Wirklichkeit nicht abbildet, sondern verschiebt, verdichtet und das Alltagssehen befragt. Dabei wird evident, wie eng Wahrnehmung an den Körper gebunden ist: Sie ist geprägt durch Erfahrung, Bewertung und die eigene Existenz. Bettina van Haaren arbeitet vor dem Objekt oder seiner Reflexion im Spiegel. Ihr prüfender Blick wird selbst zum Bildelement und richtet sich im Raum auf die Betrachter:innen.

Das Selbst zeigt sie allerdings fragmentiert und in wechselnden Wahrnehmungslagen. Menschliche und animalische Körper, Fundstücke und geschaffene Objekte treten hier gleichrangig hinzu. In der Schwebe zwischen Lebendigkeit und Erstarrung entsteht Verunsicherung. Maßstab, Perspektive und Materialität bleiben beweglich und aufeinander bezogen. Beobachtungen, Figuren und Gegenstände werden als Erzählinseln in einer bildlichen Ordnung arrangiert.

Zeichnungen entstehen auf Reisen und im Atelier. Sie speisen sich aus Beobachtungen der organischen Welt, von Zivilisationsresten und sozialen Wirklichkeiten. Europäische Bildtraditionen werden an eigenen Erfahrungen und zeitgenössischen Krisen erprobt.

Das Dringliche ist für die Künstlerin „nicht nur biographisch begründet, nicht nur auf Alltag und Psychologie bezogen, sondern auch politisch“. Der Stellplatz bezeichnet eine bewusste Setzung im musealen Kontext – eine „Bühne für Notwendiges“.

Ein begleitender Katalog zur Ausstellung mit Texten von Stephan Rößler, Johannes Krause-Schenk und Linde Unrein erscheint im Kopfsprung Verlag.

Informationen zu den begleitenden Veranstaltungen entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungskalender.

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Information on the accompanying events can be found in our calendar.