Sa, 14. November 2020 bis So, 8. August 2021
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Jenny Michel

Was bisher geschah: Doors, Windows and Cells

In der ersten Überblicksausstellung der Künstlerin Jenny Michel werden Werke aus den letzten zwei Jahrzehnten ihres Schaffens gezeigt. Die modulartig-labyrinthische Gesamtstruktur der Ausstellung im Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus spiegelt die weit vernetzten, stark analytischen Denkansätze im Œuvre der Künstlerin wider.

Auch während und nach dem Lockdown kann die Ausstellung in einem 360°-Rundgang digital besichtigt werden:
Zum 360°-Rundgang


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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus
Spendhausstraße 3
72764 Reutlingen
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Veranstalter
Ausstellungsplakat Jenny Michel. Was bisher geschah: Doors, Windows and Cells, Gestaltung: Studio Pandan.

Unter den Eingriffen von Jenny Michel werden unscheinbare Materialien einem Transformations- und Aufwertungsprozess unterzogen: Gemüse- und Obstkisten, die zerlegt, bedruckt und zu Wandinstallationen oder Skulpturen umfunktioniert werden, ergänzen einen Wasserfall oder Wissensstrom aus Klebstreifen, auf denen sich abgelöste Textfragmente von Lexika und Enzyklopädien befinden. Fragmente aus historischen Flucht- und Rettungsplänen, technischen Schaltplänen, Emblemen, Symbolen, Zeichnungen und Notizen werden zu künstlerischen Visionen auf Papier, Collagen, Wand- oder Bodeninstallationen. Jenny Michel lässt ihre phantastischen Welten und Weltfragmente zu betörenden und gleichzeitig verstörend dichten Strukturen wachsen. Es entstehen so neue Ordnungssysteme, welche scheinbar ein Sprach- und Formelgewirr widergeben. Ein Chaos, das als Chaos zu akzeptieren ist und uns auffordert, die Idee von Ordnung als illusionäre Wunschvorstellung zu entblößen.
 
Das menschliche Wissen, so führt uns die Künstlerin eindrücklich vor Augen, wird zum Zivilisationsschrott, dessen Lesbarkeit sich unter Schichten von Bedeutung, Umschreibungen und Überlagerung von Zuweisungen verliert. Wer in den Werken von Jenny Michel auf Spurensuche geht, der wird zum Archäologen, Philosophen und Mystiker. Die Künstlerin nimmt uns mit auf eine Reise durch unsere Zivilisation, zu verlorenen Paradiesen, Ruinen, Utopien und Dystopien der menschlichen Gesellschaft. Wer sich einlässt auf dieses Experiment, entdeckt vielleicht Pforten, Türen und Zellen zu neuen Welten.

EN

In her first retrospective, Berlin-based artist Jenny Michel (DE, born 1975) presents a selection of her collages and installations on three floors of the Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus. The artist's fascination with the processing, storage and transmission of knowledge forms the thematic focus of her works created over the last two decades. The modular and labyrinthine structure of the exhibition reflects the inner connections between the extensively networked, highly analytical approaches in Jenny Michel's oeuvre.
 
Kuratorin: Ina Dinter
Kuratorische Assistentin: Carmen Reichmuth

Begleitend erscheint der Katalog Jenny Michel. Doors, Windows and Cells (2020).

Auch während und nach dem Lockdown kann die Ausstellung in einem 360°-Rundgang digital besichtigt werden: Zum 360°-Rundgang

In einem Video-Rundgang führt die Künstlerin Jenny Michel durch ihre Ausstellung Was bisher geschah: Doors, Windows and Cells. iSie stellt die einzelnen Werkgruppen anhand ausgewählter Arbeiten vor und führt in die Themen ihrer künstlerischen Praxis ein. Hier können Sie den Video-Rundgang ansehen:


Mit freundlicher Unterstützung von:

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Innerhalb des Tanzprojekts With the Back to Paradise setzen sich die Künstlerinnen Tanja Kontny und Linda Waldhoff mit ihren tänzerischen und choreografischen Arbeiten der letzten Jahre an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Tanz auseinander. Das Duo führte in der Ausstellung Was bisher geschah: Doors, Windows and Cells der Künstlerin Jenny Michel im Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus nach einer vorangegangenen Recherche eine Tanzperformance zu ausgewählten Werken zum Thema Zeit, Raum, Kraft und Beziehung zum Objekt auf. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Den Zusammenschnitt aus einzelnen Fragmenten der Performance als Film von Hagen Betzwieser finden Sie hier: