Sa., 10. Dezember 2022 bis So., 14. Mai 2023

Die Bewertung der Kunst

Werke aus der Sammlung Kienzle
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Veranstaltungsort
Kunstmuseum Reutlingen | Galerie
Eberhardstraße 14
72764 Reutlingen
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Veranstalter
Plakat zur Ausstellung Die Bewertung der Kunst. Werke aus der Sammlung Kienzle, Kunstmuseum Reutlingen Spendhaus, 2021, Gestaltung: Studio Pandan.

Die Kienzle Art Foundation in Berlin wurde zum Erhalt und zur öffentlichen Vermittlung der Sammlung von Jochen Kienzle (*1959) gegründet. Ihr Ziel ist es, wenig bekannte Positionen der Kunst der 60er Jahre bis heute – unabhängig von etablierten Kategorien – für nachrückende Künstlergenerationen aufzunehmen: Die Kunstgeschichte wird als ein offenes Projekt aufgefasst, das sich aus vielen unterschiedlichen Quellen speist.
Wenn wir behaupten, Kunst sei eine Frage der Bewertung, genügt es uns nicht, dass Kunstwerke bewertet werden, denn das setzte den festen Wert als Kunstwerk schon voraus. Wir sagen, die Kunst der Kunst – im Gegensatz zur Kunst der Rede, der Kunst der Liebe oder vieler anderer Künste – sei es, sich gerade der Frage der Bewertung zu widmen, ohne einen bestimmten Wert in den Dingen schon vorauszusetzen. Freilich kennt der Ausstellungsbetrieb Mechanismen, Dinge als Kunst aufzuwerten und sie als Kunstwerke somit kritischer Bewertung zu entziehen. Dagegen ist eine Kunstpraxis der Bewertung der Mechanismen der Bewertung ausstellenswert. Eine künstlerische Perspektive, die in den Dingen einen Prozess widersprüchlicher Bewertung entdeckt, ermöglicht die Offenlegung der Herstellung von Bedeutung, ihrer Vermittlung und immer neuer Wertung. Die Ausstellung umfasst Bilder, Texte und Videos der Künstler Jack Goldstein (1945 Montreal – 2003 San Bernardino), Josef Kramhöller (1968 Wasserburg/Inn – 2000 London), Ketty La Rocca (1938 La Spezia – 1976 Florenz) und Klaus Merkel (*1953 Heidelberg).
Die Ausstellung wird kuratiert von Fabian Ginsberg (*1983 in Freiburg). Als Künstler, Kurator und Autor beschäftigt er sich mit Wert- und Bewertungssystemen, mit Repräsentation, mit Modellen politischer Ökonomie und mit den Möglichkeiten von Kommunikation.

EN version

When we claim that art is a question of evaluation, it is not enough for us that works of art are evaluated, because that already presupposed the fixed value as a work of art. We say that the art of art - in contrast to the art of speech, the art of love or many other arts - is to devote itself precisely to the question of valuation, without already presupposing a certain value in things. Of course, the exhibition business knows mechanisms to valorize things as art and thus to withdraw them from critical evaluation. In contrast, an art practice of evaluating the mechanisms of evaluation would be worth exhibiting. An artistic perspective that discovers in things a process of contradictory evaluation enables the disclosure of the production of meaning, its mediation, and ever new valuation. The exhibition with works from the Kienzle Collection includes images, texts and videos by the artists Jack Goldstein, Josef Kramhöller, Ketty La Rocca and Klaus Merkel. The exhibition is conceived by Fabian Ginsberg.

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