LEITBILD

Ein Museum, zwei Locations, drei Schwerpunkte: Das Kunstmuseum Reutlingen zeigt an zwei zentral gelegenen Orten – dem Fachwerkgebäude Spendhaus und der ehemaligen Metalltuchfabrik Wandel-Hallen – auf 2.400 Quadratmetern Ausstellungen in den Bereichen Holzschnitt und Hochdruck, konkrete Kunst und internationale Kunst. In der Galerie in den Wandel-Hallen werden thematische Ausstellungen und vor allem junge und etablierte regionale und internationale künstlerische Positionen gezeigt, die oftmals in ortsspezifischen Installationen auf die Architektur des Raumes reagieren.

Das Kunstmuseum Reutlingen ist eines der größten kommunalen Häuser für moderne und zeitgenössische Kunst im Südwesten Deutschlands. Es versteht sich als lebendige Kulturinstitution, die fest im gesellschaftlichen Leben der Stadt Reutlingen verankert ist und deren Anliegen über die eigenen Ausstellungs- und Sammlungsräume hinausgeht. Ein Museum lebt mit seinen Besucherinnen und Besuchern und durch sie, und so liegt seit vielen Jahren ein Fokus des Kunstmuseum Reutlingen auf der Kunstvermittlung. Wir vermitteln die Inhalte unserer Ausstellungen und Sammlungen in spannender, unterhaltsamer und kreativer Weise nach unseren Vorstellungen eines offenen Kunstmuseums für Alle unter dem Leitspruch „Kunst kann mehr“.

Teil der Arbeit, mit Blick auf die Zukunft des Hauses, ist die Sammlungserweiterung. Sie zählt zu den Kernaufgaben des Museums. Die Grundlage bildet der Sammlungsschwerpunkt des künstlerischen Holzschnitts und Hochdrucks vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ausgehend von den umfangreichen Beständen der Werke von Wilhelm Laage (1868–1930) und HAP Grieshaber (1909–1981) erweitert das Kunstmuseum Reutlingen seine Sammlung in zwei Richtungen: historische Kontinuität und zeitgenössische Relevanz. Es ist ein großes Anliegen, den bisher weniger vertretenen weiblichen Protagonistinnen des modernen und zeitgenössischen Hochdrucks mehr Platz in den Sammlungsbeständen einzuräumen.

Ein wichtiger Aspekt der Museumsarbeit ist das Betreuen und Bewahren des ständig wachsenden Sammlungsbestandes. Mit den Sammlungen des künstlerischen Hochdrucks sowie der Sammlung Ziegler und der Sammlung konkreter Kunst verfügt das Kunstmuseum Reutlingen über ca. 20.000 Werke. Teil der Forschungsaufgabe des Museums ist dabei auch die weitere Erschließung dieser hochkarätigen Sammlungen mit dem Ziel, sie für die wissenschaftliche Erforschung durch externe Einrichtungen zugänglich zu machen. Die Aufarbeitung der Sammlung Ziegler, die im Jahr 1954 an das Kunstmuseum übergeben wurde und mit ihren über 1.500 Papierarbeiten und an die 400 Gemälden von Renaissance bis Romantik einen Grundstock der städtischen Kunstsammlung bildet, wird in den nächsten Jahren im Zentrum stehen. Auch die Digitalisierung der Bestände wird das Museum in den kommenden Jahren beschäftigen – mit der digitalen Veränderung verbindet sich eine weitreichende Umgestaltung in der musealen Arbeit und Forschung: Sammlungen und das darin gebündelte Wissen werden einem großen Publikum zugänglich gemacht und können somit geteilt werden. Publikationen, Ausstellungskataloge und Dokumentationen von Projekten ergänzen die Forschungsarbeit des Kunstmuseum Reutlingen und bieten Werkzeuge zur Vermittlung der Anliegen unseres Hauses.